Programmübersicht

Das Wesentliche in aller Kürze: 
u.a. Ziele, Merkmale, Bereiche, Phasen, Leitlinien, Monitoring

Programmziele 

Was will das Programm erreichen?

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Eine Vielzahl an Konzepten, Studien und Fach- und Aktionsplanungen  zur Verbesserung der Lebenswertigkeit der Stadt Brandenburg wurden im Auftrag der Stadtverwaltung verfasst und durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Die Beschlüsse betreffend die Mittelalterliche Altstadt wurden bisher aus verschiedenen Gründen leider nicht oder nur sehr schleppend umgesetzt. 

Die Stadt hat kein Erkenntnisproblem sondern ein Umsetzungsproblem: Nicht wenige Stadtverordnete und Verwaltungsmitarbeiter kennen die älteren Beschlüsse gar nicht (mehr). Es fehlt eine aktuelle Gesamtsicht mit einer integrierten Verortung der Handlungsempfehlungen und Maßnahmen verschiedener Konzepte und Pläne für die einzelnen Stadtteile von Brandenburg an der Havel wie die Mittelalterliche Altstadt. 


Programmziel

  • Das vorliegende Programm "Altstadtleben Brandenburg Havel 2028" fasst die verschiedenen Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für eine lebenswerte(re) Altstadt Brandenburg an der Havel für den Zeitraum 2021 - 2028 zusammen. Es will dazu beitragen, diese strukturiert umzusetzen. Laufende Aktivitäten nicht-kommunaler Initiativen sowie neue Ideen werden explizit mit einbezogen - heute und zukünftig.
  • Sollte das Vorgehen erfolgreich sein, dann kann ein solches Programm auf andere Stadtteile der Stadt Brandenburg an der Havel übertragen werden.

 
Ziele für die Altstadt

  • Eine zunehmend gesündere und lebenswert(er)e Altstadt (weniger Lärm, bessere Luft,  mehr Platz für Menschen und weniger für Fahrzeuge).
  •  Ein zunehmend attraktiveres Umfeld in der Altstadt für etablierte Gewerbetreibende und Gründer.

Merkmale

Auf einen Blick

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● Gesamtlaufzeit: 2021 - 2028

● 6 Programmbereiche 

● ≈ 40 Einzelmaßnahmen

● > 10 größere Umsetzungsprojekte

● Gesamtkosten: 7,1 Mio €

● Eigenmittel (absolut): 2,4 Mio €

● Eigenmittel (Quote): 34 %

Programmbereiche mit Maßnahmen und Projekten

Es geht um eine integrierte Sicht

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Zu folgenden 6 Programmbereichen liegen Maßnahmen vor:

  1. Aufwertung von Stadt- und Straßenräumen
  2. Stärkung des Gewerbes und Einzelhandels
  3. Neuordnung des Kfz-Verkehrs
  4. Stärkung des Umweltverbundes (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV)
  5. Angebote der Neuen (e)Mobilität
  6. Kommunikation und Beteiligung


Weitere Programmbereiche können zukünftig hinzu kommen.

Mehrere Maßnahmen aus zum Teil verschiedener Programmbereiche werden in Projekten zusammengefasst (siehe Projekt Ritterstraße).


Ausrichtung und Story 

Alles eine Frage der Kultur

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Die Transformation der Mittelalterlichen Altstadt in eine lebenswerte(re) Zukunft basiert auf kulturelle Veränderungen und betreffen das Miteinander. So könnte es aussehen:

  • Verkehrskultur:
    Ein ausgeglichener Verkehr ist Basis für eine Aufwertung von Stadt- und Straßenräumen und für eine erfolgreiche gewerbliche Entwicklung der Altstadt. Prioritär ist die verkehrsorganisatorische Maßnahme einer Unterbindung des gewerblich nicht-notwendigen Durchgangsverkehrs (Anlieger frei). Diese müssen flankiert werden durch dringend notwendige bauliche Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Komfort des Fußgänger- und Radfahrerverkehrs sowie der Umsetzung des Quartiers Spange vor der Mittelalterlichen Altstadt an der Parkanlage des Walther-Rathenau-Platzes mit der Verlängerung der Gerostraße . 

  • Erlebniskultur: Der Verkehrslärm verringert sich deutlich, Verkehrskonflikte werden weniger. Die neue Verkehrskultur macht öffentliche Räume der Altstadt neu erlebbar. Straßen, Plätze und Gebäude werden neu entdeckt. Vorhandene Potenziale werden sichtbarer und genutzt. Temporäre und von Bürgerinnen und Bürgern unterstützte Aktionen unterschiedlicher Art werten den Altstädtischen Markt auf. Ein Museumsquartier als innovatives Kreativ- und Museumslabors mit digitalen Methoden könnte sich entwickeln. Die Altstadt wird aber weder ein Stadtteil zum Einkaufen mit klassischem Einkaufserlebnis noch ein Nahversorgungszentrum.  

  • Gründerkultur: Gründer aus verschiedenen Bereichen - nicht nur Startups aus der Digitalwirtschaft - entdecken die Altstadt für sich als einen Standort mit vielen Vorteilen. Dies trifft auch für Studierende und Lehrkräfte der THB zu. Diese können z.B. einen wesentlichen Beitrag für die Entwicklung und den Betrieb eines erlebbaren Kreativ- und Museumslabors in der Mittelalterlichen Altstadt sein. Sie sind der Schlüssel für ein mehr an Altstadtleben. Jungunternehmen und Kreativkräfte sollten leerstehende Gewerberäume zur Verfügung gestellt werden - kostengünstig (bzw. kostenfrei) und zeitlich begrenzt. Bestehende Veranstaltungsräume sind sowohl für museale Nutzungen als auch für Startup-Events zu nutzen. 

  • Mitmachkultur: Die Belebung der Altstadt ist eine gesellschaftliche und offene Entwicklung. Das Mitmachen VIELER Beteiligten – ob groß oder klein, gewerblich oder privat – ist nicht nur willkommen sondern eine zwingende Notwendigkeit. Das Organisieren von Veränderungen ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Bewohner, Gewerbetreibende, Beschäftigte und Besucher sind Betroffene, Nutzer und Experten zugleich. Diese Kompetenzen werden eingebunden durch Mitmachaktionen, Akzeptanzanalysen und Werkstattgespräche. 

Graphische Verortung

Wo genau soll die Veränderung stattfinden?

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An welchem Standort in einer Straße soll welche Maßnahme umgesetzt werden? Gibt es eine Karte? Angesichts der Vielzahl an Plänen und Maßnahmen verliert man leicht den Überblick. Wie sieht das Gesamtbild aus? Trotz einer geschriebenen "Story" haben wir weiterhin unterschiedliche Bilder vor Augen.

Im Programm wurden die Maßnahmen in einer Stadtteilkarte graphisch verortet - über den Gesamtzeitraum 2021 - 2028 und den drei Phasen (siehe auch dort). 

Phasen

Nicht alles auf einmal sondern in drei Phasen bis 2028

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1. Phase 2021-2022: Quick Wins, Pilotversuche, Bauplanungen, Pop-up Stores

Planungen für wichtige Bauvorhaben durchführen, Kostengünstige Maßnahmen schnell umsetzen, Pilotversuch zur Reduzierung des Kfz-Durchgangsverkehrs starten, flächenbezogenes Museumskonzept implementieren, Gründerwettbewerbe durchführen, Ideen für Aufwertung Altstädtischer Markt mit Bürgern sammeln.


2. Phase 2023-2025: Neugestaltung und Umbau von Straßenräumen und Plätzen
Zentrale Bauvorhaben in und um die Altstadt umsetzen (Spange Gerostraße zur Willi-Sänger Straße, Zentrumsring, Berg- und Sprengelstraße); Kfz-Durchfahrten weiter reduzieren, Altst. Markt (temporär) neugestalten, Radschutzstreifen und Velo-Schienen für sicheren Radverkehr einbauen, Einbahnstraßen für Radverkehr öffnen, usw.

3. Phase 2026-2028: Lebendige Altstadt als autoreduziertes Quartier (Fahrradzone)
Zentrale Bauvorhaben und Sanierungen abschließen, Kfz-Durchfahrten durch die Altstadt durch zentrale Sperrung verhindern, Anzahl der Kfz-Stellplätze in der Altstadt reduzieren -  Stellplätze für Besucher und Bewohner am Altstadtrand ausbauen / errichten, Verleihangebote an ausgewählten Standorten verfügbar machen, Altstadt als autoreduzierte Fahrradzone ausweisen.

Leitlinien

Systemisch und ausgewogen handeln

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Konsequente Unterbindung des Durchgangsverkehrs
Ein Kfz-Durchgangsverkehr (Pkw, Betriebsfahrten von Linienbussen, Parkraumsuchverkehr zu Parkplätzen am Rande der Altstadt) ist kein „notwendiger Verkehr“. Er führt nicht zu mehr Gewerbeeinnahmen. Vielmehr stört dieser (Lärm, Schadstoffe), verdrängt Menschen (leerer Altstädtischer Markt) und verhindert eine Belebung.

Kein „entweder … oder“ sondern ein „sowohl als auch“
Der private Kfz-Verkehr ist nicht zu verteufeln, sondern auf ein notwendiges Maß zu reduzieren um die Ausgeglichenheit mit anderen Mobilitätsangeboten herzustellen.

Verkehr formt Stadt
Ein ausgeglichener Verkehr schafft neue Möglichkeiten, vorhandene Potenziale (z.B. als Museumsstandorte) zu nutzen, die Attraktivität öffentlicher Räume zu erhöhen (z.B. Altstädtischer Markt, Fahrradzone) und dem Gewerbe Impulse zu geben (z.B. durch Ansiedlung von Gründern, Radfahrer und Fußgänger als Kunden).

Mehr Finanzmittel für Rad- und Fußverkehr
Um eine Stadt der kurzen Wege mit einer Alltagsmobilität von Rad- und Fußverkehr für Menschen jeden Alters zu erreichen, ist es zwingend erforderlich, die vorhandenen Infrastrukturen baulich zu verbessern bzw. zu erneuern. Dies kostet Geld. Da führt kein Weg dran vorbei.

Einzelmaßnahmen auf verschiedenen Fachbereichen in übergreifende Projekt bündeln
Gerade bei einer angespannten Finanzlage ist es notwendig, Baumaßnahmen so zu bündeln, dass sich Synergieeffekte einstellen, die zu Kosteneinsparungen und zu besseren Nutzungen führen.

Strukturiertes Vorgehen mit Möglichkeiten der Anpassung
Pilotvorhaben schaffen neues Wissen. Neue Ideen und Initiativen Dritter sind erwünscht. Nicht alle Vorschläge können sofort umgesetzt werden. Konkrete Ziele und Meilensteine werden gemonitort. Die Kommunikation. Erfolgt proaktiv. Drittmittel werden konsequent genutzt.

Monitoring

Konkrete Ziele setzen und Fortschritte messen

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Je Programmbereich und Maßnahme werden transparente und konkret messbare Ziele gesetzt. Diese lassen sich monitoren. Fortschritte werden messbar. 


Kosten und Finanzierung

Hier geht´s ums Geld

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Die Maßnahmen und Projekte sind mit Kosten hinterlegt. Zur Refinanzierung sind verschiedene Finanzierungsalternativen und Förderprogramme auszuschöpfen. Diese könne sich im Zeitablauf ändern. Sie befinden sich somit ständig im "Bearbeitungsmodus".

Prämissen

Annahmen zur Entwicklung von Demographie, Preisen, Bautätigkeiten

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Die Kosten werden über einen längeren Zeitraum abgeschätzt. Hier kann vieles passieren. Die Zeitpunkte von Maßnahmen hängen u.a. vom nahen Umfeld ab (z.B. von der Ertüchtigung des Zentrumsrings und des Neubaus bzw. der Instandsetzung von Brücken). Die Prämissen sind Basis der Kostenwerte in den Umsetzungsphasen.

Struktur

Wie ist das Programm aufgebaut?

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Das Umsetzungsprogramm sollte eine feste und auf Dauer ausgelegte Struktur mit einem heterogen besetzten Lenkungskreis erhalten.