Stärkung Umweltverbund (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV)

Der Kernbereich der Stadt bietet aufgrund seiner räumlichen Ausdehnung und seiner flachen Topographie grundsätzlich sehr gute Voraussetzungen für den innerstädtischen Radverkehr. In allen beschlossenen Konzepten und Plänen (z.B. INSEK, Verkehrsentwicklungsplan, Aktionsplan Lärmminderung, Klimaschutzkonzept) wird die Verbesserung der Alltagsmobilität mit ÖPNV, Fuß- und Radverkehr als  wichtige Aufgabe  angesehen. Von einer konsequenten Umsetzung kann leider bisher nicht die Rede sein. 

Aktuelle Situation

Radverkehr

Ein holperfreies und sicheres Radfahren ist in der Mittelalterlichen Altstadt derzeit flächendeckend nicht möglich. Nur zwei Straßen weisen eine Fahrbahn mit geschnittenem und geflammten Großpflaster auf. Daher weichen die Radfahrer auf Bürgersteigen aus, was zu Konflikten mit den Fußgängern führt. Nicht alle Einbahnstraßen sind für Radfahrer in Gegenrichtung offen. Es ist bequemer mit dem Fahrrad um als in der Altstadt zu fahren, z.B. durch die Wallpromenade und den Humboldthain.

Radverkehr: Fahrradreparaturstation - Bürgerbeteiligung zur Standortsuche

Zur Umsetzung der Maßnahme "Fahrradreparaturstation" erfolgte zwischen dem 05. - 22.12.2020 eine Online-Abfrage zur Standortsuche  in der Altstadt, an der sich alle Bürger*innen der Stadt Brandenburg beteiligen konnten. Vier Standorte standen zur Auswahl: Humboldthain, Salzhofufer, Altstädtischer Markt und Nicolaiplatz.  Die meiste Zustimmung von alle 467 Teilnehmer*innen erhielt das Salzhofufer mit 2 Stimmen Vorsprung vor dem Nicolaiplatz. 

Fußverkehr

Fußläufig unterwegs sein ist nicht immer eine Freude in der Altstadt. Zwar sind die Bürgersteige der meisten Straßen saniert, Konflikte mit Radfahrern, die angesichts schlechter Fahrbahnen auf die Bürgersteige ausweichen, trüben das Erlebnis. Einige Stellen sind sehr eng (z.B. Ritterstraße, Ecke Bäckerstraße), andere sanierte Straßen laden aufgrund des Natursteinpflasters sowie fehlender Bürgersteige nicht zum zu Fuß gehen ein (z.B. Huckstraße, Kapellenstraße).

Radabstellanlagen

Die Mittelalterliche Altstadt hat über 200 Radabstellanlagen bzw. Radständer im öffentlichen Raum. Neben der Stadtverwaltung stellen auch Gewerbetreibende oder sogar Privatpersonen Radständer auf. Einige Bilder sollen die unterschiedlichen Aussehen, Arten und Qualitäten der Abstellanlagen veranschaulichen. Es zeigen sich sowohl "Hotspots" als auch "Fehlstellen".

Online-Umfrage: Radfahrunfälle mit Straßenbahnschienen

915 Brandenburgerinnen und Brandenburger haben Vom 06.11. - 30.11.2020 haben teilgenommen. 694 TeilnehmerInnen meldeten 1.124 Unfälle, die sie in den letzten fünf Jahren hatten, bei denen sie mit ihren Rädern in die Schienenrillen der Straßenbahn geraten und dabei gestürzt sind. Auf der Strecke Ritterstraße - Hauptstraße - Neustädtischer Markt - Steinstraße wurden mit 819 Nennungen die meisten Unfälle gemeldet. Die Radfahrunfälle stellen kein Randproblem dar. Siehe Beschluss 252/2020.

ÖPNV

Durch die Altstadt fahren zwei Linien der Straßenbahn mit einer Haltestelle auf der Ritterstraße. Buslinien verkehren durch die Altstadt über die Rathenower Straße - Parduin - Altstädtischer Markt - Plauer Straße in Richtung Nicolaiplatz.  

Maßnahmen

Holperfreies Fahren - Errichtung Radschutzstreifen / Angebotsstreifen

Schon in 2009 wurde auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie die Verbesserung der Befahrbarkeit der Innenstadt durch Radfahrer auf den Straßen Ritterstraße und Plauer Straße beschlossen. Umgesetzt wurde dieser Beschluss 216/2009 bisher nicht. Ein Angebotsstreifen sollte für Radfahrer eingerichtet werden, indem der vorhandene Belag gegen einen ebenen Naturstein (geschnittenes und gestocktes Großpflaster) ausgetauscht wird. Diese Maßnahme ist endlich umzusetzen und auf weitere Straßen auszudehnen

Sicheres Fahren - Schließen von Rillen in Straßenbahnschienen

Durch den Einsatz des Systems VeloSchiene mit Elastomer Füllung kann eine vollständig geschlossene Oberfläche bei Fahrrad-Querungen erreicht und Radschutzstreifen breiter angelegt werden. Diese neue Technologie ist in einem Pilotversuch auf der Ritterstraße in 2021/22 in Verbindung mit dem barrierefreien Umbau der Straßenbahnhaltestelle und der Einrichtung von Radschutzstreifen zu testen. Im Rahmen des Beschlusses 286/2020 wurde der grundsätzliche Auftrag erteilt, bis Ende März 2021 eine Konzeption und Beschlussvorlage für Maßnahmen zur Beseitigung bzw. Entschärfung der besonderen Gefahrenstellen für Radfahrer in Brandenburg Havel zu erstellen

Neue und fest verankerte Radabstellanlagen


Fahrräder müssen sicher abgestellt werden. Abstellanlagen müssen in ausreichend hoher Anzahl nicht nur an ÖPNV-Knotenpunkten sondern auch auf Straßen mit höherer Gewerbedichte (u.a. Bäckerstraße) vorhanden sein. Sie sollen gleichzeitig das historische Erscheinungsbild der Altstadt nicht beeinträchtigen

Einbahnstraßen für Radverkehr in Gegenrichtung öffnen 

Jede Einbahnstraße im innerörtlichen Gebiet ist darauf zu untersuchen, ob es gewichtige, belegbare Gründe gibt, den Radverkehr in die Einbahnregelung mit einzubeziehen. Eine Verweigerung ist nur bei Vorliegen einer besonderen, das allgemeine Verkehrsrisiko übersteigenden Gefahrenlage zulässig. Flankierende Maßnahmen zur Entschärfung sind einzubeziehen

Verbesserung der Wegebeziehungen 

Durch Schließung von Lücken im Radverkehrsnetz entstehen verbundene und bequem befahrbare Radrouten durch und um die mittelalterliche Altstadt. Die Alltagsmobilität in der Gesamtstadt Brandenburg Havel wird gefördert. Verbesserungen von Querungen und Sichtbeziehungen für Fuß- und Radfahrer erhöhen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.  Dies ist u.a. eine Maßnahme aus dem Verkehrsentwicklungsplan 2018 (Querung am Rathenower Torturm) 

Qualität der ÖPNV-Haltestellen verbessern 

Die Maßnahmen aus dem beschlossenen Nahverkehrsplan (Beschluss 076/2018) sind umzusetzen, insbesondere der barrierefreie Umbau der Straßenbahnhaltestelle Ritterstraße (Plan 2021/22) inklusive Wetterschutz und Sitzgelegenheiten. Auch die Aufenthaltsqualität von Bushaltestellen (Parduin, Plauer Straße) sind mittels Anbringung eines Wetterschutzes zu verbessern.

Fahrradreparaturstation

Damit Besucher und Bewohner in der historischen Innenstadt kleine Pannen an ihren Rädern beheben können, soll gut sichtbar in der Altstadt eine Reparaturstation für Fahrräder eingerichtet werden. Die Station ist sind mit einer Luftpumpe für alle Ventilarten und gängigem Werkzeug ausgestattet und kann Tag und Nacht an jedem Tag kostenfrei genutzt werden. Über eine Umfrage im Dezember 2020 wurde der Standort "Salzhofufer" ausgewählt. Im 1. Quartal 2021 soll der Aufbau stattfinden.

Fahrradzone / Fahrradquartier Altstadt 

Nach Durchführung der aufgeführten Maßnahmen in der Altstadt liegen in der 3. Programmphase die notwendigen Voraussetzungen vor, die gesamte mittelalterliche Altstadt als Fahrradzone bzw. Fahrradquartier auszuweisen. Hierdurch ist ein konfliktarmes Miteinander im öffentlichen Raum möglich, mehr Sicherheit im Straßenverkehr und ein komfortables Fortbewegen mit dem Rad und zu Fuß 


Kommunale Konzepte, Planungen, Beschlüsse, Anfragen

Stadtumbaustrategie - 
Fortschreibung des Integrierten Stadt-entwicklungskonzeptes 

Vorlagen Nr.: 079/2018

Beschlussdatum: 18.05.2018

Verkehrsentwicklungsplan - Fortschreibung 2018 (VEP 2018)

Vorlagen Nr.: 075/2018

Beschlussdatum: 28.11.2018

Nahverkehrsplan 2018 



Vorlagen Nr.: 076/2018

Beschlussdatum: 28.11.2018

Aktionsplan Lärmminderung - Stufe 3 


Vorlagen Nr.: 066/2019

Beschlussdatum: 22.05.2019